Das Grundgesetz hat Geburtstag und wir feiern mit!
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ war von Schülern und Schülerinnen mit Kreide in den Schulhof geschrieben worden, der befürchtete Regen bliebt glücklicherweise aus. Aber das Wichtigste fand im Schulgebäude statt:
Das Foyer war voll von gebannt zuhörenden Schülerinnen und Schülern. Die Fachschaften Geschichte und Gemeinschaftskunde hatten eingeladen und vorbereitet. Zu Beginn begrüßte Herr Siebert die Schulgemeinschaft, Herr Bumüller führte ins Thema ein, erinnerte an die Wiedererrichtung der deutschen Demokratie unter dem Schutz der Alliierten, nachdem diese von den Nationalsozialisten zerstört und für 12 Jahre in eine Diktatur umgewandelt wurde. Gleichgeschaltete Menschen ohne individuelle Menschen- und Bürgerrechte wurden unter einen Führerbefehl gestellt und die Welt mit einem Krieg überzogen hatten, der ca. 60 Millionen Menschen den Tod brachte und sechs Millionen Juden industriell organsiert brutal vernichtete. Und das war nur ein Ausschnitt. Dann wurde das Mirko an Schülerinnen und Schüler der Klassen 7-10 weitergegeben, die in zwei bis drei Sätzen formuliert hatten, was ihnen am Grundgesetz wichtig ist und in welche Richtung sie es weiterentwickeln wollten. Mit enormem Ernst und großer Überzeugung trugen sie ihre wirklich eindrucksvollen Texte vor, beleuchteten die vielen unterschiedlichen Aspekte dieses Textes, auf dem unsere Demokratie gegründet ist. Deutlich wurde, dass allen bewusst war, wie Demokratien z.B. in den USA in der Krise sind und wie wichtig es ist, sich klar zu machen, dass wir uns für unsere demokratischen Rechte einsetzen müssen, damit sie nicht verloren gehen.
Unseren Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier hätte der Anblick sicher gefreut, sein Wunsch, dass sich Menschen in Deutschland versammeln und den 77. Geburtstag des Grundgesetzes feiern und sich damit für dieses starkmachen, wurde genauso verwirklicht, wie der Wunsch, sich etwas Kreatives einfallen zu lassen. „Blüh‘ im Glanze dieses Glückes …“ heißt es im Lied der Deutschen. Davon inspiriert hatten Herr Frick und Herr Bumüller acht Säulenbäume für einen „Garten des Grundgesetzes“ gekauft, diese eingegraben, gedüngt und gegossen. Wir dürfen fest darauf vertrauen, dass das Geld vom Bundespräsidenten für diesen Garten ganz in seinem Sinn angelegt ist: für jedes Jahrzehnt des Grundgesetzes wurde ein Baum gepflanzt. Angewachsen sind alle, geblüht haben die meisten. Und die verschiedenen Arten von Bäumen repräsentieren die Vielfalt unseres Landes und seiner Menschen.
Nun hängen als Abschluss der Aktion Zettel mit zentralen Schlagwörtern an bunten Zetteln an den Bäumen. Die Bäume werden als Säulenbäume nicht in den Himmel wachsen, das ist nicht ihre Aufgabe, aber die Schulgemeinschaft und die Bienen der Bienen-AG dürfen sich gleichfalls an ihnen erfreuen. So dürfte allen gedient sein!
Christof Bumüller
19.05.2026 |